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Argentinien - ein Jahr des Protests

Am meisten Aufmerksamkeit erregten die Proteste in Argentinien, wo es im Laufe des ganzen Jahres 2002 immer wieder zu massiven Protesten kam. Das Land durchlebte eine gewaltige Wirtschaftskrise in Folge einer jahrelangen Überschuldung: Der IWF hatte Argentinien mit Krediten immer wieder vor dem Kollaps gerettet, was aber letztlich nur den Vermögenden und den ausländischen Anlegern nutzte, die ihr Kapital ins Ausland schaffen konnten; weite Teile der Bevölkerung hingegen erlebten die Folgen von Arbeitslosigkeit, Armut und den Verlust ihrer Bankeinlagen.

Ende 2001 musste daher schon Präsident Fernando de la Rua sein Amt nach massiven Demonstrationen und Ausschreitungen aufgeben. Ein weiterer Erfolg der Aufstände: Der neue Präsident Eduardo Duhalde verkündete am 15. Januar 2002, den Anweisungen des IWF nicht folgen und stattdessen ein eigenes Entwicklungsmodell verfolgen zu wollen. In der Folgezeit musste er aber doch wieder auf Kooperationskurs mit dem IWF einschwenken.

Wie sehr sich die Menschen in dem Land vom IWF gegängelt fühlten, zeigt stellvertretend eine Äußerung des Gouverneurs von San Juan, Alfredo Avelin im April 2002: "Das einzige was jetzt noch fehlt, ist dass wir die argentinische Fahne einrollen und dafür die des IWF hissen."

Mit den anhaltenden wirtschaftlichen Problemen gingen auch die Proteste weiter. Es gab große friedliche Demonstrationen, aber es kam auch immer wieder zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, wie am 26. Juni, als bei Protesten gegen die Regierung und den IWF 15 Demonstranten verletzt und zwei erschossen worden. Ein weiterer Erfolg, der den Protesten zugeschrieben wird, ist das Scheitern eines Gesetzes, das Vorgaben des IWF umsetzen sollte - der Kongress lehnte es im April des Jahres ab.

Nach weiteren Protesten wurde bei Neuwahlen im Mai 2003 Nestor Kirchner Präsident in Argentinien. In den vergangen Monaten befindet sich Argentinien in einem verhaltenen Aufschwung; bezeichnenderweise, nachdem die Regierung Kirchner mit einer harten Haltung einen großen Teil seiner Interessen gegenüber dem IWF durchgesetzt hat.

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