Gründung und Aufgaben des IWF
Ins Leben berufen wurde der IWF 1944 auf einer Konferenz in Bretton Woods (daher der Name Bretton Woods-Organisationen für IWF und Weltbank) Ab 1947 erhielt der Fond den Status einer Sonderorganisation der UNO, wobei der Fonds gegenüber der UNO keiner Rechenschaftspflicht unterliegt. Mittlerweile sind 184 Staaten Mitglied beim IWF.
Nach seinen Statuten hat er folgende Aufgaben:
- Finanzielle Kooperation zwischen den Staaten durch eine ständige Institution ermöglichen.
- Internationalen Handel zu unterstützen und zu verstärken und dadurch Wachstum und Beschäftigung in den Mitgliedsstaaten zu fördern
- Stabile Währungsbeziehungen sichern, Währungswettbewerb verhindern
- Internationales Zahlungssystem ermöglichen, damit Zahlungsschwierigkeiten kein Hindernis für Handel und Wachstum sind
- Finanzielle Hilfe bei der Überbrückung von Zahlungsschwierigkeiten
- Unausgewogenheiten in den Zahlungsbilanzen der Mitglieder verhindern und abmildern
Finanzierung
Finanziert wird der IWF durch die Einzahlungen der Mitglieder. Als Grundlage für die Berechung der Quote werden das Bruttoinlandsprodukt, der Außenhandel und die Währungsreserven jedes Mitgliedlandes herangezogen. Die Quote ist wichtig, weil sie die Basis bildet für:
- Einzahlungsverpflichtungen
- Zugriffsmöglichkeiten eines Landes zu den IWF-Krediten
- das Stimmrecht im Gouverneursrat als höchstes Entscheidungsgremium des IWF
Diese Quoten werden alle 5 Jahre überprüft und ggf. geändert. Mit einer Quote von 45,16 Prozent der Stimmen verfügen die sog. G-8 Staaten im Fonds über eine erhebliche Macht (USA: 17,11 Prozent, Japan: 6,14 Prozent, Deutschland 6 Prozent, Frankreich und Großbritannien: je 4,95 Prozent, Italien: 3,26 Prozent, Kanada: 2,99 Prozent, Russland: 2,75 Prozent)
Kreditvergabe
Der IWF verfügt über ein umfangreiches Kredit- bzw. Finanzsystem mit verschiedenen finanzpolitischen Instrumenten, um seiner Hauptaufgabe - Ländern mit Liquiditätsengpässen Kredite zu gewähren - nachzukommen.
Mit Hilfe der sog. Reservetranchenpolitik kann beispielsweise ein Mitglied unverzüglich und ohne sich an wirtschaftpolitische Bedingungen zu binden, bis zu 25 % der von ihm in SZR eingezahlten Quote ziehen, denn diese entsprechen der Höhe der Devisen, die das Land in den Fonds eingezahlt hat. Die Reservetranche stellt keinen Kredit dar, s- dass sie auch nicht zurückgezahlt werden muss. Falls diese Tranche nicht ausreichen sollte, können die Mitgliedsländer den Fonds um mehr Devisen ersuchen.
Die Mittel, die über die Reservetranche hinaus bewilligt werden, haben dann aber den Status eines Kredites, die den Mitgliedsländern mittels mehrerer Möglichkeiten und Politiken angeboten werden, d.h. die Staaten gehen mit der Annahme des Kredits i.d.R. auch wirtschaftspolitische Verpflichtungen ein.
IWF heute
Durch die Auflösung des Bretton Woods-Systems ist eine der Gründungsaufgaben des Fonds - Kredithilfen für Mitgliedsländer bei Zahlungsbilanzdefiziten zu leisten - in den Mittelpunkt gerückt. Waren bis dahin durch die festgelegten Wechselkurse und starke Kapitalkontrollen Finanz- und Währungskrisen seltener, nahm ihre Häufigkeit mit der Auflösung der Wechselkurse und die Liberalisierung der Kapitalverkehrs zu. Die Vergabe von Krediten gehört deshalb inzwischen zur Kernaufgabe des IWF.
Problematisch daran ist, dass der Fonds heute nicht nur in Krisenzeiten Hilfen zur Verfügung stellt (was ja durchaus den ihm zugedachten Aufgaben entspricht), sondern sich auch mehr und mehr an der längerfristigen Entwicklungsfinanzierung beteiligt - und s- massiv in die Politik der betroffenen Staaten eingreift (Strukturanpassung).

