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Meine Biografie ist eine Biografie deutscher Geschichte

Horst Köhler über sich selbst

... und eignet sich zur Inszenierung: Vom polnischen Bauernsohn und Flüchtlingskind in Schwaben zum einzigen Gymnasiasten unter sieben Geschwistern. Vom schlechten Abitur zur Honorarprofessur. Über Umwege ins Ministerbüro von Stoltenberg, dann zum Staatssekretär unter Waigel. Eine steile Karriere durch Eigenleistung und Entdecktwerden im richtigen Moment. Der Rücktritt vom Staatssekretärsamt aus familiären Gründen setzt den nötigen Tupfer Menschlichkeit unter all das Beamtengrau. Ein Wechsel zum Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes kommt ganz gelegen -finanziell und, um dort wiederum "entdeckt" zu werden: Von Kohl für den Posten des Präsidenten der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London. Von dort durch Schröder zum Geschäftsführenden Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. Und nun von der CDU/CSU/FDP als Kandidat fürs Schloss an der Spree.

Horst Köhler, ein Mensch, der es gut meint: Der Vertrag von Maastricht als Versuch, die Welt ein bisschen besser zu machen und ein Wechsel nach Bellevue als Versuch, ein bisschen weite Welt nach Deutschland zu importieren und Deutschland durch Wetterfestigkeit zum Export-Schlager zu küren. Ist es das, was ein Bundespräsident können muss?

Horst Köhler ist verheiratet und hat eine Tochter (29) und einen Sohn (26). Er ist seit 1981 Mitglied der CDU. Als Staatssekretär formulierte Köhler das Angebot der Bundesregierung an die Regierung der DDR über eine deutsch-deutsche Währungsunion und verhandelte unter Theo Waigel das Überleitungsabkommen für den Abzug der sowjetischen Truppen aus Ostdeutschland. Köhler war deutscher Chefunterhändler in der Regierungskonferenz, die zum Maastricht-Vertrag über die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion führte und persönlich Beauftragter von Bundeskanzler Kohl für die Vorbereitung der G7-Wirtschaftsgipfel Houston (1990), London (1991), München (1992) und Tokio (1993).

Bundespräsident Richard von Weizsäcker zeichnete Köhler mit dem Bundesverdienstkreuz aus. 2003 ernannte ihn die Universität Tübingen zum Honorarprofessor.

Fakten:

  • geboren: 22. Februar 1943 in Skierbieszow (Polen)
  • 1945: Flucht nach Deutschland
  • 1953: Flucht aus Leipzig in den Westen, verschiedene Flüchtlingslager, dann Ludwigsburg (Ba-Wü).
  • 1963: Abitur
  • 1963 - 1965: Wehrdienst
  • 1965 - 1969: Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen, Abschluss: Diplom-Volkswirt
  • 1977: Promotion an der Universität in Tübingen
  • 1969 - 1976: Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung Tübingen
  • 1976: Eintritt in die Grundsatzabteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Finanzen
  • 1981 - 1982: Referent in der Staatskanzlei in Kiel beim damaligen Ministerpräsidenten Gerhard Stoltenberg
  • 1982: Umzug mit dem neuen Bundesfinanzminister Gerhard Stoltenberg nach Bonn.
  • Bis 1989: Arbeit im Bundesfinanzministerium in verschiedenen Funktionen.
  • 1. Januar 1990: Ernennung zum Staatssekretär durch Bundesfinanzminister Theo Waigel
  • August 1993: Rücktritt vom Amt aus familiären Gründen
  • 1993-1998: Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandesschied
  • September 1998: Berufung zum Präsidenten der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London
  • Mai 2000: Geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF)

Zitate über Horst Köhler ...

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