Ziatate über Horst Köhler
Besonders gern zitiert der Ökonom Köhler den Philosophen Karl Popper ("Optimismus ist Pflicht"). Ihm sei es stets um die Frage gegangen: "Was sollen wir tun?", um "die Welt ein wenig besser zu machen". So verteidigt Köhler auch den Vertrag von Maastricht als einen "Versuch, die Welt ein wenig besser zu machen". Seine Vision für den IWF war, "einen Beitrag zu einer besseren Globalisierung zu leisten". Und nun will er versuchen, Deutschland ein bisschen besser zu machen (Stern) . "Ergeh‘ dich nicht in Pessimismus. Dazu gibt es überhaupt keinen Grund." (SZ).
Als einer, der glaubt, dass er mit seinen Erfahrungen "Deutschland helfen kann". (Stern)
Statt Worthülsen und Allgemeinplätzen hat der Wirtschafts- und Finanzexperte verblüffend offene Aussagen im Angebot und so aus der Mode gekommene Begriffe wie "Ehre", "Würde" und "Heimat". (SZ)
Zum Kongo: "Diese Menschen geben sich nicht auf, dieses Afrika ist nicht hoffnungslos." Oder Mosambik, das langjährige Bürgerkriegsland: "Die haben jetzt Wachstum, und es zeichnen sich Erfolge in der Bekämpfung der Armut ab." Präsident Joaquim Chissano jedenfalls sei "dankbar für die Zusammenarbeit mit dem IWF". (SZ)
Zur Bezeichnung "besserer Frühstücksdirektor" beim IWF (Peter Wahl, Weed): "Ich will das mal hinnehmen als Ausdruck der Ungeduld jener, die sagen: Das muss noch weitergehen, da muss noch mehr geschehen." (SZ)
Er hätte gerne mit dem IWF mehr erreicht, aber dass er zum Guten gewirkt und einen Beitrag geleistet hat für eine - er sagt das tatsächlich so - "bessere Welt", daran hat er keinen Zweifel. (SZ)
Bringt er etwas mit vom amerikanischen way of life? Gibt es etwas, das die Deutschen von den Amerikanern lernen können? "Ja, die Aufgeschlossenheit, den Grundoptimismus", sagt Köhler. Den Job zu verlieren, aber nicht den Kopf, nicht panisch zu reagieren, nicht zu erwarten, dass die Arbeitsverwaltung alles regelt, sich selber umzugucken nach einem anderen Job und dann mit Sack und Pack umzuziehen - von dieser Einstellung könne man was gebrauchen in Deutschland. (SZ)
Deutschland drohe die Entwicklung in der Welt zu "verschlafen", sagt Köhler, es habe bereits "in vielen Bereichen erheblich an Boden verloren, ganz eindeutig." (SZ)

